Das Debüt des neuen Cheftrainers Julian Engelmeyer und seines Co Trainers Bernward Nendza vor heimischer Kulisse ist geglückt. In einen Kraftakt konnte der SV Hönnepel-Niedermörmter mit 3:1 besiegt werden.

Engelmeyer, sichtlich nervös bei einem ersten Spiel als verantwortlicher Trainer in einem Heimspiel, überraschte mit der Aufstellung. Für den wegen Krankheit fehlenden Sam Soltani brachte er Stefano Trißler, der unter der Woche sehr gut trainierte und somit in die Anfangsformation rückte. Die Elf um Kapitän Kreshnik Vladi übernahm sofort das Kommando und setzte sich in den ersten Minuten in der gegnerischen Hälfte fest, hatte mehr Spielanteile, ohne allerdings nennenswerte Chancen zu erspielen. Die erste Offensivaktion des Gastes fand in der 6. Minute statt, Lukas Kuhlmann versuchte sich auf der Gegenseite mit einem Freistoß, der Ball aber verhungerte auf dem Weg zum Tor. Aus dem Nichts dann die Führung für die von Thomas von Kuczkowski trainierte Mannschaft. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld tauchte Daniel Vogel "vogelfrei" vor dem Tor von Jan Unger auf und liess ihm mit einem plazierten Kopfball keine Abwehrchance. Die Burgaltendorfer Abwehr schaute nur interessiert zu und griff nicht ins Geschehen ein. Das Tor beflügelte den Gast, der entgegen aller Vermutung äusserst offensiv agierte und vor allem über seine schnellen Aussen immer wieder für Gefahr sorgte. Hier zeichneten sich besonders Prince Kimbakidilia und Rubene Nguanguata aus, die immer wieder über unsere linke Abwehrseite kamen und Kirill Naumov vor große Probleme stellten, der schnell eine gelbe Karte erhielt und dann mit Ricardo Zweck die Seiten wechselte. Unger hielt die Blau Weißen im Spiel, als er eben gegen Kimbakidilia rettete. Der SVA fand offensiv kaum statt und war in den Zweikämpfen meist zweiter Sieger. Nach einem weiteren, wenn auch harmlosen Foul wechselte Engelmeyer den gelb/rot gefährdeten Naumov aus und brachte Jason-Lee Gerhardt, der auf die linke Seite ging und Zweck wieder auf seine angestammte rechte Aussenverteidigerposition rückte, wo er mit drei/vier starken Tacklings für Ruhe sorgte. Vorne hatte Vladi die größte Möglichkeit zum Ausgleich, aber die Flanke von Kuhlmann traf er nicht richtig. So ging es mit einer mehr als verdienten Führung für Hönnepel-Niedermörmter in die Pause. Viele der Zuschauer waren ob des Spielverlaufes enttäuscht, konnte die Mannschaft bis dato nicht an die Leistung der letzten Woche anknüpfen. Auch der sportliche Leiter Jörg Oswald war angefressen, auf den Zuruf eines sogenannten Experten in der Halbzeit "Bleib ruhig Jörg, wir gewinnen das Spiel mit 3:1" reagierte er nicht.

Das Trainerteam aber reagierte und brachte für die zweite Halbzeit Mohamed Allie für Thimo Sous. Sowohl diese Einwechselung als auch die Aufstellung von Trißler machten sich in der 52. Minute bezahlt. Keeper Dominik Weigl konnte einen Schuss von Allie nur abklatschen, Trißler war zur Stelle und schob überlegt zum 1:1 ein. Die Begegnung wurde nun dank einer Leistungssteigerung beim Gastgeber offener. HöNi setzte in der 57. Minute einen Schuß über den Kasten, 5 Minuten später war es erneut Unger, der mit einer Weltklasseparade eine hunderprozentige Chance vereitelte. Die Partie wogte hin und her, immer mehr Zweikämpfe gingen zu Gunsten des SVA aus. Es machte den Anschein, dass das Tempo der ersten 45 Minuten von HöNi nicht gehalten werden konnte. In der 69. Minute dann die Führung für den Gatgeber. Nachdem in der ersten Halbzeit zahlreiche Standards ergebnislos verpufften, brachte Trißler einen Freistoß Richtung gegnerisches Tor. Aus Betrachtersicht war nicht klar, ob noch jemand am Ball war. Einige sagten Allie habe ihn berührt, auf fussball.de ist Matteo Viefhaus als Torschütze genannt. Sei es drum: die Heimmannschaft führte 2:1. Damit war die Begegnung allerdings noch längst nicht entschieden. Wieder musste Unger bei einer Doppelchance sein ganzes Können unter Beweis stellen, um nicht den Ausgleich zu kassieren. Die endgültige Entscheidung fiel in der 83. Minute. Glänzend vom in der zweiten Halbzeit überragenden Trißler frei gespielt schoss Vladi seine Farben zum 3:1 Sieg, der aufgrund der zweiten Halbzeit in Ordnung geht. "Die Mannschaft hat Charakter bewiesen und eine sehr gute 2. Halbzeit hingelegt. So kann es weitergehen." freute sich Oswald über den Dreier, auch wenn diese dadurch getrübt wurde, dass der Halbzeittipp tatsächlich so eintraf. O-Ton: "Hätte es nicht beim 2:1 bleiben können?"