Der SFN, aktuell einziger Kray-Verfolger, ging als klarer Favorit ins Nachbarschaftsderby – doch wie der Fußball es manchmal so will, kam es anders

In einem generell sehr heiß umkämpften Spiel waren es die Sportfreunde aus Niederwenigern, die sich in den ersten zehn Minuten den größeren Spielanteil sicherten. In der 5. Minute hatte der Gastgeber den ersten Freistoß aus aussichtsreicher Position – der Ball kam aber ungefährlich auf das Tor von Jan Unger. Ein Fernschuss aus 30 Metern war da schon gefährlicher, ging aber auch am Burgaltendorfer Kasten vorbei.

Der erste nennenswerte Angriff der Blau-Weißen wurde durch die Abseitsposition von Sam Soltani beendet.  Der SVA kam immer besser ins Spiel, gewann entscheidende Zweikämpfe im Mittelfeld und wurde so zur besseren Mannschaft der ersten Halbzeit. So ließ die erste große Möglichkeit für den SVA nicht lange auf sich warten. In der 15. Minute kam Julian Bluni  aus guter Position zum Torabschluss, der Schuss konnte aber vom Keeper Alexander Golz zur Ecke abgewehrt werden. Auch der nächste, über Jonas Lippeck eingeleitet Konter, wurde nach einem Abschluss von Sam Soltani zur Ecke geklärt. Nach einer knappen halben Stunde kam der sonst so spielstarke SFN das erste Mal aus dem Spiel heraus  mit einem langen Ball vor das Tor der Gäste, SVA Keeper Unger war aber zur Stelle. Die ca. 350 Zuschauer sahen  bei durchgängigem Regen kein gutes, aber ein kampfstarkes Spiel -  die Mannschaften neutralisierten sich gegenseitig, das Spiel fand hauptsächlich im Mittelfeld statt. So war es in der 32. Minute Bluni , der auf Höhe der Mittellinie einen wichtigen Zweikampf gewann und Kreshnik Vladi schön bediente. Der Angriff wurde aber durch einen Abseitspfiff frühzeitig beendet. Kurz darauf der nächste Angriff des SVA – Matteo Viefhaus setzte sich im Mittelfeld schön gegen vier Niederwenigerner durch und spielte dann auf Bluni, dessen Schuss aber keine große Gefahr für Alexander Golz imTor der Schwarz-Gelben darstellte.

In der 35. Minute war es dann Lukas Kuhlmann, der bei den mitgereisten Gästen zum vielumjubelnden und verdientem 0:1 traf. Einen ungefährlichen Ball fing Kuhlmann ab, legte sich den Ball vor, war einen Schritt schneller als Golz – der hierbei alles andere als glücklich aussah – und hatte so freien Weg ins Tor. Direkt im Gegenzug dann die erste gelbe Karte für den SVA, da Niederwenigerner Angreifer ein wenig ruppig von den Beinen geholt wurde. Der Freistoß aus nicht ungefährlicher Position neben dem Sechzehner stellte aber keine größere Gefahr dar. Mit dem Gegentreffer wurde Niederwenigern stärker, gewann nun wichtige Zweikämpfe und man konnte vereinzelnd beim Spielaufbau über die Außen die Spielqualität des Kray-Verfolgers erkennen. Die größte Chance für den SFN war aber dann ein Schuss aus zweiter Reihe von Sergej Stahl, der links am Tor von Unger vorbei ging. 


 Leicht überraschend aber hochverdient ging es mit 0:1 in die Halbzeitpause. Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine. Das Spiel knöpfte da an, wo es in der 45. Minute aufhörte - viele Zweikämpfe auf Höhe der Mittellinie. In der 50. Minute war es zum Beispiel Kiril Naumov der einen Schritt schneller war als sein Gegenspieler, den Ball für sich behaupten konnte und dann recht unsanft von den Beinen geholt wurde. Niederwenigern wechselte in der 58. Minute gleich doppelt – Paul Beyer kam für David Morena Gonzales und der alte SVA-Zögling Tobias Köfler für Marc Andre Gotzeina ins Spiel. Zwei Minuten später war es dann Bluni, der den Zweikampf für sich entscheiden konnte und ein Auge für Jonas Lippeck hatte. Lippeck war mit Ball schneller als drei Wennischen Defensivspieler und traf zur 2:0 Gästeführung. Auch die nächste Möglichkeit gehörte dem SVA – Kapitän Kreshnik Vladi kam nach einem verlängerten Einwurf in guter Position zum Schuss, traf den Ball aber nicht richtig. Niederwenigern wechselte das dritte Mal in der 67. Minute – für Amin Ouahaalou kam Maximilian Golz ins Spiel. Die nächste gelbe Karte ging an den SVA –  Lukas Kuhlmann verhalf seinem Team mit einem taktischen Foul im Mittelkreis sich hinten neu zu sortieren. Kurz darauf wurde Kuhlmann ausgewechselt und Tato Anwar kam unter großem Jubel der SVA Anhänger ins Spiel. Alle Angriffsversuche des SFN wurden durch die Defensive des SVA im Keim erstickt. Lediglich durch Freistöße kam der SFN vors Tor der Gäste. Sowohl Florian Machtemes als auch Steffen Köfler waren aber ungefährlich in den Standards. Das Spiel wurde mit der Zeit hektischer und gröber. Der Unparteiische Alexander Schuh hatte die Partie aber gut im Griff, ließ Vorteile laufen bzw. pfiff in den richtigen Momenten entsprechend ab. So bekam die Bank des SFN für scheinbar lautstarke Proteste die gelbe Karte. Bluni bekam kurz vorher für ein in der Härte unnötiges Foul ebenfalls berechtigterweise gelb. In der 78. Minute wechselte der SVA dann ein zweites Mal – für den zweikampfstarken Kiril Naumov kam Jason-Lee Gerhardt ins Spiel. Gerhardt, der aus der eigenen Jugend stammt, fand sofort ins Spiel und stand hinten sicher. Niederwenigern konnte weiter nur Standards eine Tendenz Richtung Tor aufbauen, diese blieben aber weiter ungefährlich. Fünf Minuten vor Ende wechselte der SVA ein letztes Mal – Thimo Sous kam für Kreshnik Vladi ins Spiel. Dieser war es auch, der Alexander Golz – der die meisten Ballkontakte beim SFN hatte – keine Chancen beim sicher verwandelten Foulelfmeter zum 0:3 Endstand lies.

Neben der schlechten Leistung der Sportfreunde Niederwenigern ist die gesamte Mannschaft des SVA zu loben. Diese zeigte eine gute kämpferische Leistung und verschob sich als Kollektiv so, dass der Tabellenzweite keine Räume für den Spielaufbau hatte. Somit ist das Endergebnis von 0:3 für den SVA mehr als verdient. Erklärung zur Überschrift: Bei jedem Tor, das die Sportfreunde erzielen, wird die Zahl für die Anzeigetafel "ausgesägt". Da kein Treffer erzielt wurde, blied die Säge (Marke Stiehl) still.

Maike Heuer