Das ist das einfache, aber treffenden Fazit des Auswärtsspieles unserer I. Mannschaft bei TuS Fichte Lintorf. Bei herrlichem Sonnenschein und auf einer ebenso herrlichen Platzanlage begannen beide Teams sehr zurückhaltend.

Nachdem man in den letzten Spielen eher offensiv ausgerichtet war, ging die Elf von Philip Kruppe dieses Mal mit einer defensiveren Ausrichtung in die Begegnung. Vor der Viererkette mit Julian Bluni, Kevin Sokhan-Sanj, Daniel Valaev und Kirill Naumov agierte die Elf mit drei "Sechsern" (Thimo Sous, Lukas Kuhlmann und Faruk Kuduzovic). Vorne sollten es Sam Soltani und Sead Benkarit richten. Dazwischen agierte der Kapitän Kreshnik Vladi. Man zog sich bei Ballbesitz des Gegners bis zur Mittellinie zurück, um dann massiv stehend anzugreifen. Da Lintorf mit erst neun geschossenen Toren auch nicht gerade zu den offensivstärksten Teams der Liga zählte und sichtbar Schwierigkeiten in der Spieleröffnung hatte, entwickelte sich ein Spiel mit zunächst wenig Höhepunkten. Zusätzlich machte der stark böige Wind die Angelegenheit für alle Akteure nicht einfacher. Mit dem Wind im Rücken der erste Aufreger in der 15. Minute. Soltani setzte sich über die linke Seite energisch durch, aber sein Abschluss -Flanke oder Torschuss?- war zu schwach. Über die Seite von Bluni dann die erste nenneswerte Szene des Gastgebers, aber Stefan Kapuscinski verzog die Kugel am langen Eck ins Toraus.

Im direkten Gegenzug bediente Kuhlmann Soltani, aber auch sein Versuch verfehlte das Ziel. Dann die vermeintliche Führung für die Elf von Trainer Sven Schützek. Ein Pass in die Tiefe wird von einem Stürmer an Jan Unger im Tor der Burgaltendorder vorbei ins rechte Eck geschoben, aber der Unparteiische Pascal Püllen hatte zuvor abgepfiffen und auf Freistoß für Lintorf entschieden. Dieser stellte Unger vor keine Probleme (25. Minute). Im Fünfminutentakt zwei Aufreger im Burgaltendorfer Sechzehner. Einen Ball in die Spitze nahm Florian Ortstadt direkt, Unger konnte diesen scharfen Ball zur Ecke abwehren. Auch war er mit einer tollen Fußabwehr zur Stelle, als erneut Ortstadt über die rechte Seite geschickt wurde und abzog.  Die größte Möglichkeit in den ersten 45 Minuten bot sich dann Benkarit nach feinem Zuspiel von Naumov, aber sein Versuch aus kürzester Distanz wurde zur Ecke abgewehrt. Eine ähnliche Situation auf der Gegenseite mit identischem Ausgang. Der Unparteiische Püllen, der  sich nahtlos dem mehr als übersichtlichem Niveau der Begegnung anpasste, pfiff zur Halbzeit.

Das Trainergespann Kruppe/Engelmeyer reagierte und brachte zur 2. Halbzeit mit Jonas Lippeck und Stefano Trißler zwei frische Kräft. Ersterer war dann auch am Führungstreffer  massgeblich beteiligt. Er verlängerte ein Zuspiel von Soltani mit dem Kopf auf Vladi, der überlegt Keeper Marian Gbur überlupfte und zum 1:0 für deine Farben traf (49.). Nur kurze Zeit später fast der zweite Treffer für den Gast. Nach einer Kopfballstaffette versuchte sich Kuhlmann mit einem Flugkopfball, den Gbur sicher parieren konnte. Von aussen sah es so aus, als hätte Kuhlmann auch den Fuß nehmen können. Die Begegnung wurde nun ruppiger, ohne aber den Rahmen der Fairniss zu sprengen. Püller veteilte unverhältnismässig viele gelbe Karten, pfiff Foulspiele, die keine waren und umgekehrt. Eine Einzelleistung von Fljorim Muharemi mit einem allerdings verbesserungswürdigen Abschluss die nächste nenneswerte Aktion des Gastgebers. Da waren aber schon 66 Minuten vorüber. Das Spiel lebte von der Spannung des Eintorvorsprunges. Beide Mannschaften vermochten es nicht, den Ball sicher in den eigenen Reihen zu halten und konstruktiven Fussball zu spielen. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich in der 70. Minute, ausgelöst durch eine Unachtsamkeit von Unger. Bei einem Freistoß aus dem Halbfeld sah er wohl in die Sonne und wehrte den Ball, den er normalerweise locker hätte fangen können, unorthodox in die Mitte ab, war dann aber reaktionsschnell bei zwei Nachschussversuchen zur Stelle. Die nachfolgende Ecke setzte Kapitän Leslie Rume mit dem Kopf knapp am gegnerischen Kasten vorbei. Timo Friede, zuvor in einem amüsanten Disput mit dem Burgaltendorfer Publikum (ihm war ein einfacher Ball unter der Sohle ins Aus gerutscht), bestafte fast die Kommentare. Nach seiner Flanke ging ein Torschuss nur kapp vorbei. Der SVA zitterte sich zum Sieg. "Mund abputzen und weiter arbeiten. Wir wollten einen Sieg, den haben wir heute geholt. Auch wenn es ein schmutziger war, darüber spricht in einigen Wochen niemand mehr." war sich die Mehrzahl der Burgaltendorfer Besucher, der Akteure und auch der Verantwortlichen einig. "Wenn wir auf diese Art und Weise die nächsten 2-3 Spiele alle 1:0 gewinnen, dann sollten wir das mitnehmen und uns erst dann wieder über attraktiven Fussball unterhalten." ist die Meinung des Autors.