Bei herrlichem Fussballwetter empfing der SV Burgaltendorf den hoch eingeschätzten SV Scherpenberg 1921

Trainer Philip Kruppe konnte aus dem Vollen schöpfen, auch wenn mit Daniel Valaev und Julian Bluni zwei Akteure angeschlagen waren. Thimo Sous stand nach seiner Hochzeitsreise - an dieser Stelle noch einmal die besten Wünsche - ebenfalls im Kader. Nach einem erfolgreichen GENO CUP mit dem Turmiersieg und einer gelungenen Generalprobe beim westfälischen Oberligisten Sprockhövel war man gespannt, wie die Elf in die Saison starten würde. Während der sportliche Leiter Jörg Oswald einen knappen Sieg prophezeite, war die graue Eminenz vom Unterstand bereits am Vorabend sicher: "Wir gewinnen 3:0."  Beide sollten falsch liegen. Der Gastgeber legte los wie die Feuerwehr und hatte nach 60 Sekunden bereits eine gute Möglichkeit, aber den Schussversuch vom Kapitän Kreshnik Vladi konnte Deniz Günes im Tor der Scherpenberger mit den Fäusten abwehren. Nur anderhalb Zeigerumdrehungen später rappelte es zum ersten Mal. Ein schöner Freistoß von Stefano Trißler landete an der Fünfmeterlinie, wo Lukas Kuhlmann zu einem Flugkopfball ansetze und zum 1:0 traf. Ein sehenswertes Tor unter gnädiger Mithilfe der gegnerischen Abwehr, die Kuhlmann gänzlich ungedeckt liess. Der Gast zeigte sich sichtlich geschockt und der SVA setzzte die Elf von Ercan Sendag mächtig unter Druck. Ständiges Pressing mit hohem Tempo führten immer wiederzu schnellen Ballgewinnen, man hatte das Gefühl, der Gastgeber habe einen Mann mehr auf dem Platz. In der 10. Minute köpfte Vladi nach eine Flanke von Trißler über den Kasten. Danach die erste Annäherung an den Strafraum von Jan Unger, aber der Schuss von El Houcine Bougjdi ging am Tor vorbei. Auf der Gegenseite nahm Trißler einen Pass von Matteo Viefhaus glänzend an, sein Versuch wurde aber zur Ecke abgewehrt. Diese kam von Trißler massgerecht getreten auf den Kopf von Kevin Sokhan Sanj, der Vladi bediente, der wiederum zum 2:0 traf (16. Minute). Beide Standards, die zu den Toren führten, schienen so geplant und trainiert worden zu sein. Der Gastgeber liess auch nach den beiden schnellen Toren nicht nach und Viefhaus (drüber) und Sam Soltani (Keeper hielt) hatten weitere Möglichkeiten. Ein Traumtor wäre fast Sokhan-Sanj gelungen. Nach einem Schuss von Soltani brachte er mit der Hacke den Ball aufs Tor, aber der Keeper konnte zur Ecke abwehren. Der Treffer hätte gezählt, denn "Sahne" stand nicht im Abseits, was der gute und umsichtig leitende Unparteiische Maurice Wilke richtigerweise erkannte. Nach 35 Minuten eine kurze Atempause für Scherpenberg, die nun ein wenig offensiver agieren konnten. Die beste Möglichkeit bot sich Maximilian Stellmach, dessen Schuss von der linken Seite aber am langen Eck vorbei ging ebenso wie ein Versuch von Nico Frömmgen. Unger war bei der  dritten Chance mit dem Fuß zur Stelle. Das war es dann auch seitens der Scherpenberger. Vladi hatte kurz vor dem Halbzeitpfiff noch eine Riesenchance, auf 3:0 zu erhöhen, nutzte diese aber nicht. Mit lang anhaltendem Beifall wurden die Mannschaften in die Halbzeit begleitet. "Wir müssen das dritte Tor machen, dann ist die Messe gelesen." trauerte Oswald in der Halbzeit den vergebenen Chancen hinterher. Das ist auch das einzige, was besser hätte laufen können. Ansonsten sahen die leider nicht so zahlreichen Zuschauer eine hervorragende erste Halbzeit mit höchstem Tempo, Spielwitz und -nach langer Zeit mal wieder- ständig gefährlichen Standards. "Hoffentlich müssen die Spieler dem hohen Tempo nicht Tribut zollen." war eine Befürchtung unterden Zusehenden.

Scherpenberg kam wütend aus der Kanbine und hatte sich hörbar etwas vorgenommen, versuchten sie sich verbal aufzuputschen. Dem Aufbäumen setzte Soltani ein jähes Ende. Er erhielt den Ball auf der linken Seite, legte diesen am Gegenspieler vorbei auf den rechten Fuß und hämmerte die Kugel in den Winkel des langen Ecks...ein Traumtor in der 46. Minute. Das war der Anfang vom Ende für den Gast. Die Elf um Kapitän Yasin  Duman gab sich seinem Schicksal hin und der SVA spielte wie aus einem Guß, hielt das Tempo erstaunlich hoch und verhalf Soltani zu zwei weiteren Treffern, so dass ihm ein lupenreiner Hattrick innerhalb von 9 Minuten gelang. In die Torschützenliste trugen sich dann noch Sohkhan-Sanj (56.) und der eingewechselte Jonas Lippeck ein (66.). 7:0 nach 70 Minuten in einem Pflichtspiel der Landesliga, das gab es auf Seten des SVA auch noch nicht. War der Gegener so schwach? Waren die Burgaltendorfer so gut? An diesem Sonntag traf wahrscheinlich beides zu. Der Gastgeber nahm dem Gegner sämtliche Luft zum Atmen mit einem ungewöhnlich starken Pressing. Fast immer waren zwei Akteure bei dem ballführenden gegnerischen Spieler und zwangen diesen so zu Ballverlusten. Dass Stellmach mit dem Schlusspfiff noch der Ehrentreffer gelang, war nur noch eine Randnotiz. Nun geht es am Mittwoch nach Wesel-Lackhausen. die ihren Auftakt beim SV Hönnepel-Niedermörmter mit 0:2 vergeigten. "Mit diesem Auftakt haben wir die Messlatte natürlich hoch angelegt und die Erwartungshaltung nach oben geschraubt. Wir müssen aber auf dem Boden bleiben und seriös die nächste Aufgabe am Mittwoch angehen." tritt TrainerKruppe richtigerweise auf die Euphoriebremse. "Das Spiel auf dem Naturrasen, der von der Größe her einer Landebahn gleicht, wird ein komplett anderes. Aber wir werden uns gut vorbereiten und hoffen, etwas aus Wesel mitzunehmen." Dass den Jungs bei der anstehenden englischen Woche die Puste ausgeht, ist nicht mit zu rechnen, ist der Kader in der Breite nahezu optimal aufgestellt, wenn man bedenkt, wer am Sonntag noch alles auf der Bank saß.

Genesungswünsche gehen Richtung Scherpenberg zu Nico Frömmgen, der kurz vor der Halbzeit nach einem eigentlich harmlos aussehenden Dreikampf (ein Kollege aus den eigenen Reihen und Soltani waren involviert) verletzt ausgewechselt werden musste und mit dem Krankenwagen abtransportiert wurde. Wir hoffen, dass sich die Verletzung als nicht so schwerwiegend herausstellt.