Das schrieb  Heiner Wilms im  Reviersport:

Naja, so toll war das noch nicht. Mit 1:3 hat Fußball-Oberligist TSG Sprockhövel gegen den Niederrhein-Landesligisten SV Burgaltendorf verloren. Vor dem Saisonstart mit dem Auswärtsspiel gegen den Holzwickeder Sport Club bleibt TSG-Trainer Andrius Balaika jetzt noch eine Woche Zeit, um seine Mannschaft auf Kurs zu bringen.

Burgaltendorf mit einem starken Auftritt

Denn mit einer ähnlichen Leistung wie am Sonntag gegen Burgaltendorf dürfte es für die TSG schwierig werden. Allerdings muss man auch noch einmal festhalten, dass es sich bei Burgaltendorf um einen sehr guten Landesligisten handelt. Und am Niederrhein ist die Landesliga ja auch stärker als in Westfalen, weil sie direkt unter der Oberliga angesiedelt ist. Eine mit der Westfalenliga vergleichbare Spielklasse fehlt am Niederrhein.

Während Sprockhövels Trainer Andrius Balaika nach dem Spiel etwas gequält aussah, war Burgaltendorfs Coach Philip Kruppe absolut zufrieden. „Wir haben heute gegen einen richtig guten Oberligisten über 90 Minuten kaum etwas zugelassen. Und ich denke, dass wir auch verdient gewonnen haben. Wenn wir in der nächsten Wochen ähnlich stark aufspielen, dann bin ich von einem gelungenen Start in die Meisterschaft überzeugt.“

Trainingslager in Duisburg-Wedau

Bei Andrius Balaika war die Stimmung indes nicht so gut. „Ich habe meine Mannschaft gar nicht wiedererkannt. Dieses Spiel kann kein Maßstab sein“, sagte Balaika, der mit seiner Mannschaft von Freitag bis Sonntagmittag ein Trainingslager in der Sportschule Wedau absolviert hatte. Dort habe man auch in vier Trainingseinheiten gut gearbeitet, so Balaika, der dann noch anfügte. „Allerdings konnten wir in der letzten Nacht kaum schlafen, weil andere Mannschaften doch sehr laut waren. Und nach einer solchen Nacht ist ein Spiel bei diesen Temperaturen natürlich auch nicht so leicht. Aber das soll keine Entschuldigung sein, heute standen eigentlich alle Spieler neben sich. Aber wirklich alle.“

Das neue System funktioniert noch nicht

Andrius Balaika denkt in diesen Tagen auch über eine Systemumstellung nach. In der Vorbereitung hat er wiederholt schon mit einer Dreierkette spielen lassen - im Spiel gegen Burgaltendorf wurde die von Enes Cömez, Ibrahim Bulut und Jan-Niklas Budde gebildet. Wenn Burgaltendorf den Ball hatte, machten Tim Oberdorf und Yannick Femia aus dieser Dreier- dann einer Fünferkette.

Mit diesem System hat die TSG auch schon erfolgreich gespielt - zum Beispiel beim 2:1 gegen den Niederrhein-Oberligisten SC Velbert. Beim 2:0 gegen den Landesligisten SC Obersprockhövel funktionierte dieses System zumindest in der zweiten Halbzeit, beim Spiel gegen Burgaltendorf aber im Prinzip überhaupt nicht. Und in der zweiten Halbzeit, in der die TSG nicht eine Torchane hatte, war eigentlich auch kein richtiges System mehr zu erkennen.

Balaika: „Wir sind zu oft ins Dribbling gegangen“

Dass man die Systemfrage nicht überbewerten soll, ist natürlich klar. Es geht um andere Dinge: Es geht um Zweikampfverhalten, um schnelles Umschalten und um Pressing zur richtigen Zeit. Allerdings bringt auch das beste Pressing nichts, wenn man danach den Ball sofort wieder verliert. „Wir haben nicht richtig miteinander gespielt“, sagte Balaika. „Wir sind viel zu oft ins Dribbling gegangen und haben die Bälle leichtfertig hergeben. Das muss sich jetzt schnell ändern.“ Heiner Wilms