Das Auswärtsspiel in Buchholz fand auf, mittlerweile ungewohntem, Ascheboden statt. Der Platz, der aktuelle Tabellenstand von Viktoria Buchholz sowie die Formkurve des SVA deuteten im Vorfeld bereits darauf hin, dass auf die Zuschauer kein  fußballerisches Highlight wartete.

Diese Befürchtungen wurden dann auch bestätigt. Es entwickelte sich ein sehr intensives Kampfspiel, bei dem allerdings die spielerische Komponente völlig in den Hintergrund rückte.

In der Anfangsphase war der SVA leicht überlegen und daraus resultierte auch eine nennenswerte Torchance durch Matteo Viefhaus, die dieser aber nicht nutzen konnte. In der 23. Minute erzielte Buchholz nach einem Eckball von der rechten Seite das 1:0. Dieser wurde per Kopf vor die Füße von Gianluca Altomonte abgewehrt, der aus halblinker Postion aus 16 Metern auf das Tor schoß.

Der Ball passierte zwar diverse Spieler, die sich im Sechzehnmeterraum tummelten, aber Torhüter Dennis Hornig hätte den Ball eigentlich parieren müssen. Er konnte er ihn allerdings nur nach Vorne abwehren, direkt vor die Füße von Sebastian Schröder, der keine Mühe hatte, den Ball aus 7 Metern im SVA-Tor unterzubringen. Wieder einmal musste der SVA einem Rückstand hinterherlaufen. Die Mittel, die dafür gewählt wurden waren aber untauglich, um das Tor von Viktorias Torhüter Maik Hoppe wirklich zu gefährden. 20 Minuten englisches „Kick and rush“ folgten von beiden Teams. Die Zuschauer kamen sich vor, als wären sie auf einem Tennisplatz. Riesenglück hatte der SVA dann in der 34. Minute, als ein Spieler von Viktoria von der Mittellinie hätte allein auf das SVA-Tor zulaufen können, der Schiedsrichter ihm aber den Vorteil abpfiff und Bucholz nur einen Freistoß für das Foul am Passgeber bekam. Als kaum noch Jemand mit einem Tor vor der Pause rechnete, gelang dem SVA in der 44. Minute der einzige wirklich sehenswerte Spielzug des gesamten Spiels. Matteo Viefhaus bediente auf der rechten Seite Julian Engelmeyer, dieser setzte sich an der Auslinie durch und passte zurück an den Sechzehnmeterraum, wo Sam Soltani den Ball exakt in die untere linke Ecke platzierte.

Durch ein Missverständnis zwischen Kevin Sokhan-Sani und Torhüter Dennis Hornig ( hatten die Beiden schon in Sonsbeck ) nur eine Minute später, brachte sich der SVA noch einmal in echte Schwierigkeiten, doch unser Torhüter konnte den Ball gerade noch zu Ecke abwehren. So ging es mit einem gerechten 1:1 in die Halbzeit.

Zur zweiten Halbzeit kam Tobias Köfler für Jonas Lippek.

In  der 46. Minute trat Julian Bluni einen gefährlichen Freistoß von der rechten Seite auf den langen Pfosten des Viktoria-Tores, doch Niemand kam mehr an den Ball, der das Tor denkbar knapp verfehlte. Das Spiel war auch in dieser Halbzeit von beiden Teams ziemlich fehlerbehaftet. Glück hatte Kevin Sokhan-Sani in der 50. Minute, als ein Stürmer eine technische Schwäche nutze, mit dem Ball in Richtung SVA-Tor lief und gehalten wurde. Hier ließ der Schiedsrichter, wie auch in zahlreichen weiteren Situationen an diesem Abend, Landesligatauglichkeit vermissen.

Passend zum Gesamtauftritt an diesem Abend erhielt Kapitän Kreshnik Vladi in der 57. Minute nach einer verbalen Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter die gelb-rote Karte. Der eigene Frust über das bis zu diesem Zeitpunkt vom Team Geleistete, war bis auf die Tribüne zu spüren.

Zwei Minuten später beinahe das 2:1 für Buchholz. Marcel Bockting flankt von der rechten Seite vor das Tor und Tim Ramroth „gelingt“ es den Ball aus 4 Metern am leeren Tor vorbei zu köpfen. Hier sahen die linke Defensivabteilung inkl. Innenverteidigung und Torhüter ziemlich schlecht aus.

Nach 63 Minuten kam Lukas Kuhlmann für Julian Engelmeyer und in der 76. Minute Timo Sous für „Tato“ Anwar.

In der 80. Minute war es wieder Tim Ramroth der aus kürzester Entfernung den Ball nur mit der Hand im SVA-Tor unterbringen konnte. Hier war der Schiedsrichter auf der Höhe und erkannte den Treffer nicht an.

Die letzte Chance des Spiels in der 88. Minute, die dem SVA doch noch 3 Punkte hätte bescheren können, ergab sich für Timo Sous bei einem direkten Freistoß von der linken Strafraumecke. Doch genau so klasse, wie der Freistoß getreten war, lenkte der Buchholzer Torhüter ihn um den kurzen Pfosten.

Dass kurz danach der Schlußpfiff ertönte und Spieler, wie auch die SVA-Zuschauer von dem Dargebotenen erlöste, sei hier nur an Rande erwähnt.  

Fazit des Spiels: Buchholz tat das, was man als Tabellenletzter halt macht, nämlich kämpfen um jeden Meter Boden. Der SVA hielt dagegen, passte sich während des gesamten Spiels aber dem spielerischen Niveau der Viktoria an.

Die Abwehr ist mittlerweile eine der schwächsten der Liga, dem Mittelfeld fehlt es an Kreativität. Folgerichtig hängen die Stürmer in der Luft und können sich fast nur noch, wie heute an erster Stelle Sam Soltani, durch Einzelaktionen in Szene setzen. Die bisher erreichten 8 Punkte in der gesamten Rückrunde sind ein Spiegelbild der aktuellen Verfassung des Teams. Bei diesem Spiel wurden die Anweisungen des Trainerteams offensichtlich nicht umgesetzt. Es sollte technischer Fußball gespielt werden ( wurde von Trainer Philip Kruppe während des Spiels auch immer wieder eingefordert ), gespielt wurde aber, was man jahrelang nur den Engländern zugeordnet hat.

Lange Bälle und Vorne hilft uns (Wer auch immer). Das Positive in den nächsten Wochen ist, dass nur noch besser werden kann!