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Bald liegen 100 Jahre Vereinsgeschehen hinter uns. Schwere Hindernisse mussten des öfteren überwunden werden, bis der Fußballsport die Anerkennung der öffentlichen Meinung fand. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde in unserer Heimat der Fußballsport planmäßig vorwärts getrieben, In größeren Städten wurden schon bald Fußballvereine gegründet. In der Folgezeit fanden sich dann auch in kleineren Ortschaften fußballbegeisterte junge Leute zusammen, So kam es auch im Jahre 1913 in Altendorf soweit, dass sich eine Gruppe Fußballfreunde zusammenfand. Diese Gruppe ging aus der Spielabteilung des Turnvereins 1901 Einigkeit hervor. Die Gründungsversammlung wurde nach Oberste-Brandenburg einberufen. Sie war von folgenden Sportfreunden besucht: H. Beckmann, H. Breuer, Walter Brunne, A. Fischer, W. Förster, Ernst Glettenberg, F. Hartmann, A. und H. Hausmann, K. Härtel, A. Höffken, G, Henning, F. Ketteltasche, H. Kirsch, W. Klix, J, Kunze, H. Maikämper, H. Oberste Brandenburg, W, Ridder, H. Siepmann, W, Schürmann, W. Vogelsang und B, Wenner. In der Versammlung wurde Herr August Höffken zum 1, Vorsitzenden und Herr Alfons Hausmann zum 1. Schriftführer gewählt. Der Verein wurde Sportverein 1913 Altendorf-Ruhr genannt.

Wegen zu später Anmeldung beim Westdeutschen Spielverband konnte der Verein zu den Meisterschaftsspielen der Spielzeit 1913/14 nicht mehr zugelassen werden. Man musste sich damit begnügen, jeweils gegen die spielfreien Vereine Freundschaftsspiele auszutragen. Gespielt wurde auf dem Sportplatz an der Bahnhofstraße. Die nächste Spielserie 1914/15 wurde wegen des Weltkrieges 1914-18 nicht durchgeführt. Die meisten Aktiven zogen ins Feld. Die übrig gebliebenen Spieler vereinigten sich mit dem S. C. Dahlhausen und spielten an der Ruhr gegenüber dem Bahnhof Dahlhausen.

Nach dem Kriege, im Juni 1919, wurde der Verein wieder selbständig. Die 1. Versammlung fand bei Nieding statt. Man wählte die Gaststätte Bungert zum Vereinslokal, Die Familie Bungert stellte ein Gelände in der Altendorfer Burgruine zur Verfügung, wo gespielt werden konnte. Leider musste der Verein das Gelände 1920 wieder abtreten, Man musste sich nun mit einem Platz in den Ruhrwiesen hinter der heutigen Schachtanlage Theodor begnügen. Das Vereinslokal wurde in die Gaststätte Linnemann verlegt. Unter dem Vorsitz des Gastwirtes Linnemann gelang es, das Gelände der heutigen Platzanlagen von Lohmann zu kaufen. In Selbsthilfe wurde das Gelände zum Sportplatz ausgebaut. Viel Freizeit und mancher Schweißtropfen musste geopfert werden. Wegen besonderer Verdienste bei der Herrichtung der Platzanlage wurden folgende Ehrenmitglieder ernannt: H. Sandkühler, H. Wieners, H. Lerch, W. Barkhofen, L. Märker, T. Lips.

1920/21  oben: SVA unten SV Altendorf

Durch die nun überwundenen Platzschwierigkeiten erlebte der Verein erst den richtigen Aufschwung. In den folgenden Jahren wurden viele Pokalturniere und leichtathletische Wettkämpfe gewonnen.


Die erfolgreiche Mannschaft aus einem Pokalturnier am 3. Mai 1925 in Kupferdreh bestand aus folgenden Spielern:

Hartmann, Ochs, Straten, Bredendiek, Oswald, Hahne, Klaphecke, Bühne, Gartenbach, Stoßberg, van Gompel

In den Jahren 1928-30 gelang der damaligen 1. Mannschaft zweimal hintereinander der Aufstieg in eine höhere Klasse. Nach der Spielzeit 1928/29 musste die Meisterschaft zwischen dem Gruppensieger A Fortuna Bredeney, und dem Gruppenmeister B, SV Altendorf 1913, am Stoppenberger Tivoli ausgespielt werden. Mit viel Anhang war die Mannschaft nach Stoppenberg gereist. Nach einem 0 : 2 Halbzeitrückstand erkämpfte sich die Mannschaft bis zum Schluss ein 2 : 2, Nach der Verlängerung hieß es sogar 4 : 2 für den SV Altendorf.

Das Spiel wurde in folgender Aufstellung bestritten:

Köster, Sandkühler, Stoßberg, Bredendiek, Klaphecke, Voß, Hensing, Gartenbach, Bühne, Hüsken

Im nächsten Jahr gelang wieder der Aufstieg. Der Verein spielte nun in der A-Klasse. Im Jahre 1933 gab es dann einen gewaltigen Rückschlag, als die Altendorfer wegen ihrer geographischen Lage dem Westfalengau zugeteilt wurden. Viele Jahre musste sich der Verein im Kreis Hagen betätigen. Die weiten Reisen, verbunden mit großen finanziellen Unkosten, warfen den Verein immer mehr zurück. Erst im Jahre 1938 hatten die jahrelangen Bemühungen des Geschäftsführers Erich Glettenberg Erfolg. Der Verein wurde wieder dem Kreis Essen zugestellt. Nun ging es dem Verein wieder besser, bis während des 2. Weltkrieges 1939-45 der Spielbetrieb erneut eingestellt werden musste. Die vorerst noch in der verbliebenen Spieler verteilten sich auf die Nachbarvereine.

SVA 1927 mit Paul Bühne und F. Klaphecke


 
SVA 1932 mit Hans Hanf
 
 
SVA Knabenmannschaft B1  Gruppensieger 1936 / 37
 
 
Nach Beendigung des Krieges, aus dem leider eine große Anzahl Mitglieder nicht zurückkehrte, fanden sich wiederum aktive Mitglieder zusammen und gaben sich an den Wiederaufbau des Vereins. Vor allen sind die Kameraden W, Liebeck, Albert Liedtmeyer, Albert Hagedorn und Hch. Bredendiek zu erwähnen. Zunächst musste einmal die Erlaubnis der Besatzungsmacht eingeholt und die Platzanlage in Ordnung gebracht werden. Durch tatkräftige Eigenhilfe sowie Spenden aus Gönnerkreisen war es nach kurzer Zeit möglich, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.

Am 2. 9~ 1945 konnte das erste Spiel nach dem Kriege wieder ausgetragen werden. Es ging gegen den BV Steele 03 mit 2 : 1 verloren, Mannschaftsaufstellung des 1. Spieles nach dem Kriege 1939/45:

Groenewald, Michelitsch, Hagedorn, Bendel, P. Wieschermann, Alofs, Bach, Graef, Kern, Krause, Voss

Am 14. 10. 1945 konnte schon die erste Nachkriegsmeisterschaftssaison beginnen. Alle Essener Vereine spielten in einer Klasse, die in drei Gruppen eingeteilt war, woraus dann später die Liga, Bezirks- und Kreisklasse gebildet wurde. Durch einen guten Tabellenplatz nach Schluss der Spielzeit (3. Stelle) konnte sich die 1, Mannschaft die Zugehörigkeit zur Bezirksklasse sichern. Die Spielzeit 1946/47 brachte uns einen guten Mittelplatz in der Bezirksklasse.

Die Spieler wurden bestens betreut durch die Kameraden Paul Gräler und Aloys Grüggelsberg,

Eine gute erste Mannschaft in der Spielzeit 1947/48 hatte viel Pech und musste den Weg in die 1. Kreisklasse gehen, Es liegt uns heute noch in guter Erinnerung, wo eine gute Kameradschaft siegte und die Spieler sich gegenseitig baten, bei der Fahne zu bleiben, um in der nächsten Spielzeit die Meisterschaft zu erringen.

Man musste bald feststellen, dass auch ein Abstieg einem Verein einmal einen Auftrieb geben kann. Jeder Spieler tat seine äußerste Pflicht und trainierte, dass er Sonntag für Sonntag fit war. Ein Meisterschaftsspiel nach dem anderen wurde gewonnen, Die Mannschaft erkämpfte sich die Gruppenmeisterschaft, ohne einen Punkt abzugeben,

Um die Kreismeisterschaft wurde der Meister der Gruppe 2, TuS Rellinghausen, im Hin- und Rückspiel insgesamt 4 : 2 geschlagen, In den darauffolgenden Spielen um die Meisterschaft der Stadt Essen kämpfte sich die Mannschaft bis ins Endspiel durch. Erst hier musste eine sehr unglückliche 0 : 2 Niederlage gegen die TSG Karnap eingesteckt werden. Es wird wohl kein Irrtum sein, wenn man sagt, dass der Sportverein Altendorf 1913 in dieser Zeit wohl seinen Höhepunkt bis heute hatte.

 
Tor für den SVA durch Herbert "Chef" Tüller 1949 gegen den VFL Kray Jubelnd H. Hellersberg
 
In den Spielen um die Kreismeisterschaft sowie im Endspiel um die Stadtmeisterschaft wirkten folgende Spieler mit: Theimann, Fust 1, Fust 11, Kahrmann, Härtel, Voss, Henneke, Jacoby, Jäkel, Dekker, Hellersberg, Schulte, Lindt, Bärbig und Schroer, Herbert Tüller war verletzt.

Es gab in dieser Zeit viele schöne Momente. Ganz Essen horchte auf einmal auf, als im Pokalspiel der kleine Kreisklassenverein SV Altendorf dem großen Gegner Tura 86 Essen

mit 4 : 3 das Nachsehen gab. Es sei bei dieser Gelegenheit nur einmal daran erinnert, dass nicht einmal genügend Autobusse aufzutreiben waren,  um die begeisterten  Anhänger des Vereins zu den auswärtigen Spielen zu bringen.

Diese Erfolge blieben nicht lange ohne Folgen. Man wurde bei großen Vereinen auf unsere Spieler aufmerksam und wir konnten dann auch nicht mehr alle Spieler halten. Durch den Abgang vieler guter Spieler geriet der Verein nun in eine große Krise. Spiel um Spiel ging verloren. Die vielen Zuschauer, die nur noch Siege kannten, blieben aus.

Der Weg in die 1. Kreisklasse musste angetreten werden. Dem Vorstand und dem Trainer stand eine große Aufgabe bevor. Bevor erst richtig angefangen war, hatte man schon 6 Verlustpunkte zu verzeichnen. Mit viel Energie und dem guten Wille einiger früherer Spieler gelang es, eine Mannschaft zu formieren, die sich sehen lassen konnte. Der Aufstieg zur Ruhrbezirksklasse konnte wieder errungen werden. Die Meisterschaftsspiele der Spielzeit 1952/53 bestritten folgende Spieler: H. Jäkel. K. Kahrmann, R. Kessing, K. H. Zaun, L, Fust, H. Kreul, A. Henneke, F. Gräler, F. Bredendiek, H. Lindt, H. Tüller, L. Gross, H. Diegmann, J. Miebach, H. Gräler, H. Jäkel, K. H. Langguthi W. Adam und H. Schorroth,

 
SVA 1951 Werner Fust, Hermann Störing, Hansi Hellersberg, Willi Bühne, Herbert Tüller, Kurt KahrmannLudwig Fust, Bernd Stegemeier, Rudi Kessing, Hans Voss
 

Im Jahre 1951 wurde in eigener Regie des Vorstandes, unter tatkräftiger Hilfe vieler Mitglieder, das Umkleidehaus gebaut. Hier bemühten sich besonders Vorsitzender Heinz Linnemann, Kassierer Heinrich Bach und Geschäftsführer Fritz Vogelsang. Nur das Spielfeld selber machte noch viele Sorgen. Besonders in der schlechten Jahreszeit sah dieses wie ein Schlammbad aus. Der Sportplatz wurde vom Kreis 12 Essen Süd-Ost als unbespielbar beanstandet. Dieser Sorgen nahm sich der damalige Vorstand an und beschloss, die gesamte Spielfläche zu heben und neu zu gestalten. Im Jahre 1956 wurden durch den 1. und 2. Vorsitzenden auf vielen Wegen versucht, ohne die schwache Kasse oder gar die einzelnen Mitglieder finanziell zu beanspruchen, Gelder aus öffentlicher Hand für den Platzbau zu beschaffen. Nach langem und schwierigem Schriftverkehr erklärte sich das Kultusministerium bereit, einen beträchtlichen Betrag für den Platzbau zur Verfügung zu stellen. Die Ge

meinde Altendorf, besonders der damalige Gemeinderat, schloss sich diesem Entgegenkommen an und stellte ebenfalls einen größeren Geldbetrag zur Verfügung. Auch vielen Gemeinde-Einwohnern, besonders Gewerbetreibenden  sei hier Dank gesagt, die sich durch hohe Geldspenden an dem Platzbau beteiligten. Inzwischen waren die spielerischen Leistungen des SVA so weit abgesunken, dass, als im Jahr 1958 ein neuer Vorstand unter dem

1. Vorsitzenden Heinrich Schäfer,
2. Vorsitzenden Karl Reichel,
1. Kassierer Kurt Kahmann,
2. Kassierer Hans Kordes,

1. Geschäftsführer Albert Hagedorn,
2. Geschäftsführer Alfred Schütz

und Spielausschuss Rudi Steil, Heinz Waldesheim, Jugendleiter Willi Adam,

einstimmig gewählt wurde, der Abstieg aus der Ruhrbezirksklasse, trotz aller Bemühungen des Vorstandes und der Spieler, unabwendbar war. Anstelle von AIbert Hagedorn und Alfred Schütz übernahm Willi Voß und Werner Sonnenschein die Aufgaben des 1. und 2. Geschäftsführers.

 

SVA 1952 SVA B1 - Schalke 04 Ergebnis: 1:4 H. Bredendiek, W. Overdiek (Jugendleitung), K.-H. Kamps, A. Bühne, H. Kordes, F. Hagedorn, H. Wegmann, H. Adler (Begleiter), H. Linnemann (1. Vorsitzender), H. Roth, W. Jost, L. Siepmann, H. Vogt, W. Althoff, D. Kamps

 

 
Stadtmeisterschaft 1952  Helmut Bach, Heinz Kammann, Willi Alofs, Dieter Mössinger, Udo Hellersberg,  Günter Sandkühler, Robert Bendel, Herbert Gräler, Josef Miebach, Werner Schüßler Erich Altenbeck, Jugendleiter H. Bredendiek, Begleiter W. Overdiek und G. Alofs
 

Die neue Spielzeit 1958/59 wurde in der jetzigen 1. Kreisklasse begonnen, Als der Spielbetrieb geordnet schien, gingen Heinrich Schäfer und Karl Reichel mit dem Sportplatzbau ans Werk. Der Vorstand einschließlich des Spielerausschusses sowie der damaligen Spieler verschafften dem Verein durch uneigennützigen Einsatz über die Grenzen Altendorfs hinaus wieder ein gutes Ansehen. Der Sportplatzbau wurde der Firma Franz Straten in Auftrag gegeben. Die Firma Straten verdient größte Anerkennung, dass sie für einen einmalig niedrigen Betrag eine so große Sportfläche ausbaute. Franz Straten, seine Mitarbeiter K. H. Härtel und auch Heinrich Schäfer sowie Karl Reichel standen dabei öfter vor eigenen großen und kostspieligen Aufgaben. Die Genannten hatten die Verpflichtungen übernommen und ergänzten sich in ihrem guten Willen in Opfer und Arbeit zum Wohle der sporttreibenden Jugend und der Gemeinde durch Fertigstellung der Sportplatzanlage.


In der Bauaufsicht fanden sich Schäfer und Reichel zu einem gut funktionierenden Arbeitsteam zusammen. Nach fünfmonatiger Bauzeit wurde der Platz am 07. 11. 1955 feierlich eingeweiht. Die Anlage zeigte sich nunmehr als repräsentative Sportplatzanlage.

Die 1. Mannschaft wurde im Jahre 1958 Herbstmeister und im Jahre 1958/59 Vizemeister. Auch die Reservemannschaft und die A-Jugend wurden Meister. Der Siegeszug ging weiter. Die 1. Mannschaft wurde 1959 wieder Herbstmeister und 1959/60 erneut Vizemeister, während die Amateure von ETB Schwarz-Weiß die Meisterschaft machten, die nach 32 Siegen hintereinander der Mannschaft des SVA zu gönnen gewesen wäre.

Die Spitzenmannschaft hatte nunmehr nervliche Belastungen zu bestehen. Auch warben finanziell stärkere Vereine laufend um unsere Spieler. Geldliche Bedingungen konnte der Vorstand für das Fußballspiel nicht erfüllen. Einige, und zwar die besten Spieler ' unterlagen den geldlichen Verlockungen  und schlossen sich höheren Vereinen an.
Im Herbst 1959 trat der gesamte Vorstand zurück. Der Verein wurde zunächst durch Ludger Höffken und später durch Willi Brauksiepe kommissarisch geführt. Dazu konnte Fritz Vogelsang als Geschäftsführer gewonnen werden.
            
Im August 1962 wurde der neue Vorstand wie folgt gewählt:

          1. Vorsitzender Werner Lehmann,
          2. Vorsitzender Rudi Kessing,
          1. Geschäftsführer Heinz Totzke,
          2. Geschäftsführer Günter Schweres,
          1 . Kassierer Hans Vogelsang,
          2. Kassierer Paul Bühne,

Jugendleiter Willi Overdiek und Eugen Neuhaus, Spielobmann Rudi Kessing.

Im Frühjahr des Jubiläums 1963 wurde mit der Erweiterung der vorhandenen Umkleideräume begonnen. Die Pläne hierfür entwarf unser verstorbene 1. Vorsitzende Wilhelm Brauksiepe. Die Arbeiten wurden in Selbsthilfe durchgeführt. An dieser Stelle sei lobend erwähnt, dass auch sehr viele aktive Mitglieder sich regelmäßig zur Verfügung stellten.

Die Bauleitung übernahm ebenfalls Wilhelm Brauksiepe. Mit wieviel  Mühen er alles organisierte, kann nur der ermessen, der selbst einmal gebaut hat. Für seine Leistungen hat er den Dank aller Mitglieder verdient. Treu zur Seite standen ihm Aloys Grüggelsberg und Aloys Schmidt, die mit ihm die Bauaufsicht teilten.

Nach Fertigstellung der Umkleideräume verfügte der SV Altendorf über eine - wie es schien - herrliche Vereinsanlage. Leider erwies sich in den folgenden Jahren gerade dieses Vereinseigentum als großes Sorgenkind. Die Instandhaltung des Gebäudes und der Inneneinrichtung, die monatlichen Kosten von Strom, Wasser und Gas einerseits, sowie die Bezahlung des Platzwartes andererseits rissen große Löcher in die Vereinskasse. Hinzu kam, dass die Platzdecke, der Ballfang hinter beiden Toren und die Geländeeinzaunung erneuert werden mussten. Die hierfür aufzubringenden Summen waren und sind für einen Amateurverein utopisch.

Somit mussten andere Möglichkeiten gefunden werden. Nach vielen Tagungen und Beratungen kristallisierte sich ein Weg heraus: Abtretung der Anlage an die damalige Gemeinde Altendorf-Ruhr. Es folgten wiederum viele Besprechungen, um für den Verein das optimale herauszuholen. Ein hieb- und stichfester Vertrag wurde vom Vorstand ausgearbeitet und notariell abgerundet.

Am 1. November 1968 erfolgte dann die Besitzübergabe an die Gemeinde Altendorf, ein Entschluss, der dem damaligen Vorstand mehr als schwer fiel, sich aber als einziger Ausweg anbot. Rückblickend erwies sich diese Entscheidung sicherlich als richtig, Wir haben heute alles in allem eine vorbildliche Platzanlage. Zwar ist inzwischen die Stadt Essen rechtliche Besitzerin geworden, doch müssen uns - laut Vertrag - sämtliche Vorrechte eingeräumt werden. Selbst eine Beleuchtungsanlage wurde geschaffen, Fünf Lampen sind funktionsfähig, weitere sieben sollen bis zum 21. Mai 1973 für ein ausgeleuchtetes Spielfeld sorgen. Die sportlichen Erfolge waren von 1963-1973 ziemlich gleich bleibend. In der 1, Kreisklasse Süd-Ost gehörte unsere 1. Mannschaft immer zu den führenden Vereinen. Leider blieb die Krönung - der Aufstieg in die Ruhrbezirksklasse - bisher nur ein Wunsch. Hervorragend dagegen das Abschneiden beim Vogelsang Pokal-Turnier in Niederwenigern. Der Pokal wurde 1965 ins Leben gerufen. In den Jahren 1966, 1968 und 1969 wurde unsere 1. Mannschaft jeweils Turniersieger. Nach dem Austragungsmodus ging der Pokal somit in unseren Besitz über. 1970 und 1971 wurde unsere 1. Mannschaft ebenfalls Sieger.

Das 60jährige Bestehen des SVA im Jahre 1973 hatte offenbar die 2. Mannschaft motiviert. Sie wollte aus dem Schattendasein treten und mit dem 1. Team gleichziehen. Das Vorhaben wurde in die Tat umgesetzt und der ersehnte Aufstieg geschafft. So spielte die 2. Mannschaft ab der Saison 1974/75 in der Kreisliga A, Hier hielt sie sich 13 Jahre, musste aber leider 
 
                         SVA 1963                                                    Jubiläumsspiel gegen Sportfreunde Katernberg                             von links: Willi Zaum, Willi Thull, Erich Lüttenberg, Gerd Alofs , Jürgen Beckmann,                                                       Herbert Hellersberg, Alois Kammann                                    unten von links: Harald Kohl, Dieter Märker, Horst Koglin, Gisbert Gräler
 

1987 den bitteren Weg des Abstiegs gehen. In der Kreisliga B spielt sie oben mit und hat gute Aussichten wieder aufzusteigen.

Die 1. Mannschaft war seit Jahren auf dem Sprung nach   oben. Aber sie hatte dabei kein Glück, Der zum Aufstieg allein genügt nicht. Als man in der Saison 1978/79 eine gute Truppe zusammen hatte, erfüllte sich der Wunsch. Es war geschafft. Spieler und Vorstand waren glücklich. So spielte die Truppe 1979 zunächst in der Ruhrbezirksliga. Nach 2 Jahren wurden wir dem Bezirk Bergmark zugeteilt. Das behagte den Spielern nicht, Die weiten Fahrten und die harte Gangart zehrten an den Kräften. Die hohen Fahrtkosten höhlten den Kassenbestand aus. Als noch mehrere Spiele unglücklich ausgingen, lagen wir bei Saisonende mit 17 : 39 Punkten auf dem 14, Platz und mussten 1982 den Gang in die Kreisliga A antreten.

Die Spielanlage der Essener Vereine paßt gut zum Stil unserer Mannschaft. So sprachen sie in den folgenden Jahren immer ein Wort bei Vergabe der Meisterschaft mit. In der Saison 1984/85 übernahm Manfred Kaufmann das Training. Seit dieser Zeit wehte wieder ein frischer Wind bei Spiel und Training. Als dann 1985 einige Aktive zu uns fanden, galt unsere Elf immer als Titelanwärter, Zweimal sah der SVA in der Halbzeit wie der sichere Aufsteiger aus, aber in den Wintermonaten erlahmten unerklärlicherweise Spielfreude und Einsatzwillen. Das sollte aber 1986/87 besser werden! Diesen Schwur leisteten die Spie' ler untereinander und versprachen dem Vorstand den langersehnten Aufstieg. Direkt bei Saisonbeginn stand die Crew oben und ließ sich nicht mehr abschütteln. Sie zeigte vor allem bei Spielen gegen Verfolger, was in ihr steckt. Die wichtigsten Begegnungen wurden in überzeugender Manier gewonnen. Mit großem Abstand war der Gruppensieg geschafft.

1987 mussten die Meister aus 2 Gruppen vom Kreis 12 Essen Süd-Ost untereinander um den Aufstieg kämpfen. FSV Kettwig war der Gegner am 24. Mal im Uhlenkrug-Stadion. Vor großer Zuschauerkulisse war ein tolles Spiel zu sehen. Beide Mannschaften gaben alles, Die Besucher waren hochzufrieden. Bei Abpfiff der regulären Spielzeit stand es 0 : 0. In der Verlängerung hatten unsere Aktiven die besseren Reserven. Aber erst in der 120. Minute fiel das erlösende Tor durch Ralf Knetsch nach Vorlage von Frank Heuer, Der Aufstieg war geschafft und dem aus beruflichen Gründen scheidenden Manfred Kaufmann ein schönes Geschenk gegeben,

Im Wilhelm-Brauksiepe-Gedächtnis-Turnier vom 7.-9, August 1987 ging unsere 1. Mannschaft als Sieger hervor, Im Endspiel wurde FC Kray 09/31 mit 2: 0 besiegt, Das war ein guter Einstand des Trainers Hermann Bredenfeld, bekannt als Vertragsspieler und seit 1984 Mitglied unseres Vereins. Der gewonnene Pokal ist eine Stiftung von Dieter und Christine Michelitsch.      
             
Fortsetzung folgt ...