Wir haben mit dem sportlichen Leiter Christian Leben gesprochen:

SVA: Wie zufrieden sind Sie bis dato mit der Saison?

Leben: Zunächst möchte ich die Gelegenheit nutzen und dem SV Burgaltendorf zum verdienten Gewinn der Essener Hallenstadtmeisterschaften gratulieren. Insbesondere für die ehemaligen Schonnebecker Maurice Gräler, Nils und Jan Unger hat mich das sehr gefreut.
Mehr als zwei Punkte im Schnitt pro Spiel sind überragend. Und im Hinblick darauf, dass eigentlich ja der Klassenerhalt unser primäres Ziel war, können wir zurecht ein wenig stolz sein, dass wir aktuell schon unglaubliche 26 Punkte Vorsprung zum ersten Abstiegsplatz haben. Zudem liegen wir acht Punkte vor so renommierten und gestandenen Oberliga-Clubs wie der SSVg. Velbert und dem 1.FC Bocholt und sind sogar noch in Schlagdistanz zum KFC Uerdingen, der mit all seinen Rahmenbedingungen gehobenes Regionalliga-Niveau besitzt. Was soll ich da anderes sagen, als das wir über alle Maßen mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden sind.

SVA: Danke für die Glückwünsche! Haben Sie einen derartig Anschluss an die letzte Saison erwartet?

Leben: Wir konnten nicht genau einschätzen was uns erwartet. Wir waren uns zwar sicher, dass wir die Mannschaft vor dieser Saison nochmal qualitativ deutlich verstärkt haben, jedoch hat die schlechte Rückrunde der vergangenen Saison, die wir als zweitschlechtestes Team beendet haben, uns mit sehr viel Demut an das laufende Spieljahr herangehen lassen. Das es dann jetzt so gut läuft, hat all unsere Erwartungen mehr als übertroffen.

SVA: Was ist euer „Geheimrezept“?

Christian Leben: Wir verfügen im Oberligavergleich über sehr überschaubare finanzielle Möglichkeiten. Das hat zur Folge, dass wir in Verhandlungen mit neuen Spielern auch schon mal ungläubig belächelt werden. Hat aber auch den ungemeinen Vorteil, dass Spieler, die sich dennoch für uns entscheiden, auch mit ganzem Herzen dabei sind. Das spiegelt die Mentalität und die Leidenschaft der Truppe auf dem Platz wider. Außerdem ist da sicher unser Trainer Dirk Tönnies zu nennen, dem es sehr häufig gelingt, das Maximum aus jedem einzelnen Spieler herauszuholen.

SVA: Was versprechen Sie sich von der Rückrunde?

Leben: Ich verspreche, nein ich wünsche mir, dass die tollen Leistungen unserer Mannschaft endlich mit hohen Besucherzahlen in den Heimspielen gegen Kray, den ETB und Uerdingen belohnt werden. Unser Schnitt von gut 300 Zuschauern ist zwar nicht so schlecht, kann aber gemessen an den Leistungen noch deutlich besser werden. Unser neues Saisonziel ist es, den aktuellen zweiten Tabellenplatz bis zum Ende zu verteidigen. Die Krönung einer überragenden Saison wäre natürlich, wenn wir das Aufstiegsrennen mit Uerdingen möglichst lange offen halten können.

SVA: Was hat für eine Teilnahme am Winter Cup gesprochen? Wie sehen Sie Ihre Chancen auf dem Turnier?

Leben: Auch wenn ich eigentlich kein Freund von Turnieren während der Vorbereitungsphase bin, so finde ich die Idee des Winter-Cups sehr gut. Die Spiele gehen über die volle Distanz, das Turnier ist gut besetzt, so dass wir uns mit starken Gegnern messen können, und die Spiele haben aufgrund des Derbycharakters einen zusätzlichen Reiz. Da waren wir uns schnell einig daran teilzunehmen. Zu unseren Chancen: Wir sind vom Papier her aktuell sicherlich der Favorit, dennoch bleiben es für uns Testspiele, um uns optimal auf das erste Meisterschaftsspiel am 5. März vorzubereiten. Die Ergebnisse sind also erstmal zweitrangig. Wichtig ist, dass die Jungs in vier Wochen wieder in Top-Form sind.

SVA: Die Mannschaft in drei Worten:

Leben: Unsere Jungs schneiden bei der Frage sicher besser ab als Sandro Wagner zuletzt im aktuellen Sportstudio :-) „Spielfreudige erfolgshungrige Einheit“ beschreibt sie wohl ganz gut.